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Fußballerinnen aktiv ür Frauen im Strafvollzug

Wir bieten inhaftierten Frauen ein geeignetes Angebot der Sportförderung und die Möglichkeit, neue Wege des Bewegungsausdrucks und -schulung zu finden. Sie erlernen den Umgang mit ihrer Energie und den Abbau von Frust. Wer sich in JVAs umschaut wird feststellen, das die Möglichkeiten für Bewegung und Sport sehr begrenzt sind. Eine sportliche Betätigung findet hier oft nur in beengten Fitnessräumen oder Innenhöfen statt.

Darüber hinaus bietet ein Angebot, das Eigenmotivation, Teamgeist und Erfolgserlebnisse zum Ziel hat, die zusätzliche Möglichkeit, die Resozialisierungschancen nach der Haft zu verbessern. Deshalb haben wir ein Konzept entwickelt, das wir 2008 beispielhaft in Zusammenarbeit mit der JVA Kaufungen und der JVA Hildesheim erproben möchten. Unterstützen Sie uns und die Leitungen der Justizvollzugsanstalten dabei und machen Sie zusätzlich ihren Einfluss geltend, dass Sport und Bewegung durch politische Entscheidungen der Justizministerien als Bewährungskriterium anerkannt werden.

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns durch finanzielle Hilfen, Herstellung helfender Kontakte, Übernahme von Schirmherrschaften o.ä. bekannt machen und unsere Initiative unterstützen würden.

Grundlagen des Konzeptes
Wer sich in JVA’s umschaut wird feststellen, dass die Möglichkeiten für Bewegung und Sport sehr begrenzt sind. Bis auf wenige „gelockerte weibliche Insassen“ kann daher Betätigung nur im oft beengten Gruppenraum oder in begrenzten Innenhöfen stattfinden.
Sportliche Betätigung reduziert sich damit meist auf eine nicht abwertend gemeinte „zufällige“ und „stimmungsabhängige“ Beschäftigung mit einfachen Fitnessgerätschaften wie Hanteln, Steppern, vereinzelten Bodymaschinen etc.
Dies gewährleistet zwar nicht zu unterschätzende soziale Kontakte ,aber Eigenmotivation, Gruppendynamik und Teamgeist haben es unter diesen Bedingungen sehr schwer. Wir möchten versuchen durch unser Konzept auch letztgenannte Aspekte in diese Möglichkeiten einzubeziehen und die Struktur inhaltlicher Angebote zu erweitern und Chancen nachhaltiger positiver Persönlichkeitsaspekte für weibliche Insassen zu verbessern.

Das Konzept
Die Basis des Angebotes ist das Functional Training
Functional Training ist ein ganzheitliches Konzept aus dem aktuellen Fitnessbereich. Es ist durch Einbezug in das Trainingskonzept der deutschen Fußballnationalmannschaft zur Vorbereitung auf die Fussball-WM-2006 bekannt geworden. Ist das nicht ein bisschen „schräg“ werden Sie sich fragen. Ein Vorbereitungsprogramm, das Profis nutzten, und wir nun für untrainierte Insassinnen in Frauen-JVA’s anwenden? Nein, es ist genau das Richtige!

Functional Training ist ein Programm…
… einfacher Übungen, das Gesamtfitness und Körpergefühl entwickelt,
… das für alle Leistungsbereiche anwendbar ist
… das nur wenige und preiswerte Hilfsmittel benötigt, z.B. Gymnastikmatte,
Elastikband, Seil, Stab, Gymnastikball, Tennisbälle, Nackenrolle etc.
... das wenig Platz braucht
… das auf individuelle körperliche Möglichkeiten Rücksicht nimmt und diese fördert,
… das als Grundlage für viele andere spezielle Sportarten genutzt werden kann und mit Trainingsübungen aus diesen Bereichen kombinierbar ist, egal ob diese schon betrieben werden oder noch betrieben werden sollen.

Ein Vorteil für unseren Trainingszweck besteht vor allen Dingen darin, dass ein bekanntes Alltags-Konzept mit bescheidenen finanziellen Mitteln ohne Anleitung auch nach der Haft weiterführbar ist und das eben für jede weitere Sportart!
Man benötigt keine teuren Fitnessstudios und trainiert die Grundlagen alltäglicher Fitness.

Team Sozial Aktiv und Insassen – gemeinsam mit Functional Fitness
Functional Training gehört seit Neustem auch zum Repertoire des Trainings der SG Landau/Wolfhagen. So wird es möglich das Spielerinnen ihre Erfahrungen aus dem eigenen Training weitergeben und Frauen in den JVA’s schulen und begleiten.

Fitness ein Ziel – das war’s?
Sich fit fühlen, super, das ist schon mal was. Okay – jetzt bin ich fit und was soll ich damit? Fit nur um fit zu sein? Ist das der „Bringer“? Nein ist er nicht, kann er so isoliert nicht sein!

Es fehlt also noch ein Ziel das motiviert, ein Team das sich diesem Ziel verschreibt, eine Leidenschaft die sich dabei bildet um sich gemeinsam mit anderen für sinnvolle Ziele einzusetzen, dafür zu schaffen und den Erfolg zu suchen.
Und sei es nur ein ganz kleiner!
Dieser Prozess aus Fitnessgrundlage-Zielformulierung und Teamleidenschaft kann die Qualität sein, die für eine erfolgreiche soziale und emotionale Stabilisierung nach der Resozialisierung bedeutsam ist.

Ziele entwickeln
Da wir eine Fußballabteilung sind, setzen wir uns als Team natürlich Ziele, egal wie ehrgeizig oder bescheiden diese letztendlich ausfallen. Ohne ein Ziel für das man Leidenschaft entfaltet, sich anstrengt, sich als Team entwickelt geht es nicht, wenn man Nachhaltigkeit erreichen will – nicht in einem Sportverein, nicht bei einem Sportangebot in der JVA

Wir müssen also ein Ziel haben, das wir mit den Insassen entwickeln, sei es die Hinarbeit auf ein Fußballspiel oder die Teilnahme an einem Volkslauf. Darüber haben wir bereits in Vorbesprechungen mit den Leitungen der JVA’s gesprochen. Wir wollen dazu der allgemeinen Fitness ein Grundlagenausdauerprogramm angliedern durch Einbezug von Lauftraining auf Laufbändern, leider aufgrund der Örtlichkeiten und Wetterabhängigkeit notwendig und das größte finanzielle Problem. Nach einigen Monaten geht es dann im Frühling oder Sommer auf den Hof um läuferische und fußballerische Fertigkeiten zu erwerben, Teambildung weiterzuführen und dem einem Ziel entgegenzustreben z.B. dem ersten Fußballspiel im Sommer in Kaufungen, ggf. unter Einbezug und Verstärkung durch einige Spielerinnen der SG Landau-Wolfhagen.

Multiplikatoren
Wir können zu regelmäßigen Terminen nur unser Konzept, unser Fachwissen und unsere Begeisterung einbringen, immer wieder Anschübe verleihen. Aber es wäre schön, wenn eine Nachhaltigkeit entsteht. Dafür sind Multiplikatoren wichtig. Leader aus den Reihen der Insassen innerhalb des Sportprojektes zu finden, um in der Anstalt die Übungen ohne uns regelmäßig fortzuführen und dynamisch, gruppendynamisch anzutreiben.
Es ist wichtig, dass sich bei den Beteiligten intrinsische Motivation entwickelt, Gefühl, Ziele, Begeisterung von innen.

Durch die Außenarbeit, Öffentlichkeit, Presse und Schirmherren sind weitere wichtige Multiplikatoren, die dazu beitragen können Rückendeckung, Wertschätzung und finanzielle Hilfe in den Bereich der JVA zu bringen und einen sozial eher isolierten Bereich außen angstfreier zu erleben und in das gesellschaftliche Leben besser zu integrieren.

Nach der Haft sollte ein Anlaufpunkt geboten werden, der durch das Betreiben von Sport im Verein ein stabilisierendes Element im Leben werden kann, egal ob man dort aktiven Sport betreibt oder sich nützlich macht.

Download Informationen
» Flyer Frauen im Strafvollzug (1,6 MB)

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Pressemitteilungen „Sozial aktiv“
01.01.1970 

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Ansprechpartner Teamprojekt
Bei Fragen zum Teamnprojekt hilft Ihnen gerne Herr Leßmann weiter.

Klaus Leßmann
Tel.: (0 56 31) 75 18
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